Stereotype bestimmen unser Denken. Das Russlandbild der Deutschen und das Deutschlandbild der Russen sind von diesen Stereotypen bestimmt, die teilweise seit Jahrhunderten bestehen. Aber auch die aktuelle Medienberichterstattung hat einen großen Einfluss auf das jeweilige Bild des Anderen. Wie sieht das Russlandbild der Deutschen und wie das Deutschlandbild der Russen fast zwanzig Jahre nach der Beendigung des Kalten Krieges aus, wie tragen die Medien zu diesen Fremdansichten bei und wie lässt sich das Bild des Anderen verbessern, um zur Völkerverständigung und Partnerschaft beizutragen? Diese Fragen wurden Anfang der Woche auf den 10. Potsdamer Begegnungen gestellt, die alljährlich vom Deutsch-Russischen Forum ausgetragen werden.
Das Russlandbild der Deutschen ist ambivalent. Einerseits sind alte Stereotype vom weiten, endlosen Land mit seinen kalten Wintern und den trinkfreudigen, genügsamen Russen immer noch in den Köpfen und werden durch zahlreiche undifferenzierte Reiseberichte im TV immer wieder aufgefrischt. Andererseits wird das Russlandbild auch von politischen Entwicklungen geprägt, wie dem Zweiten Weltkrieg, der deutschen Teilung, dem Kalten Krieg, der Transformationsphase nach der Auflösung der Sowjetunion und der neuerlichen Ereignisse in der Ära Putin . . . Weiterlesen
