Juli 14, 2008...8:11

Atomstörfall in Indiens Regierung

Zu den Kommentaren

Wegen des von Premier Singh angestrebten Atomdeals mit den USA verlassen die Kommunisten die Regierung.

DELHI taz Fast ein Jahr lang hat Indiens wichtigstes außenpolitisches Projekt der letzten zehn Jahre auf Eis gelegen. Nun geht alles ganz schnell: Schon am Donnerstag will Indiens Premier Manmohan Singh US-Präsident George W. Bush beim G-8-Treffen in Japan darum bitten, alles zu tun, um das indisch-amerikanische Nuklearabkommen möglichst bald abzuschließen. Damit bringt sich Indiens Premier innenpolitisch unter Druck: Denn ein Bündnis aus vier kommunistischen Parteien, das Singhs Regierungskoalition bislang im Nationalparlament toleriert hat, kündigte am Dienstag an, aus Protest die Unterstützung der Regierung zu beenden.

Das Abkommen würde es dem energiehungrigen Indien ermöglichen, legal Nukleartechnologie und atomaren Brennstoff zu importieren. Denn Indien ist mit internationalem Embargo belegt, seit es 1974 seinen ersten Atomsprengsatz außerhalb des Atomwaffensperrvertrags zündete. Dabei müsste Delhi jetzt keine größeren Konzessionen eingehen: Indiens Atomwaffenarsenal bliebe außer Reichweite internationaler Kontrollgremien wie der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien. Lediglich zivile Reaktoren müsste es fortan durch die IAEO inspizieren lassen. Dadurch würde Indien in die Riege der legalen Atommächte aufrücken und wäre in Asien gegenüber China deutlich gestärkt – wohl der Hauptgrund für das Angebot der USA. . . Weiterlesen

Eine Antwort schreiben